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Bayerischer Landeswettbewerb 2021 – Bad Windsheim ist dabei!

Im Jahr 2021 feiert die Städtebauförderung ihr 50-jähriges Bestehen - Anlass für den Bayerischen Landeswettbewerb „Gemeinsam Orte gestalten“.

Mit dem Motto „Historische Altstadt – bereit für die Zukunft“ ging Bad Windsheim mit seiner Altstadt-Sanierung ins Rennen. Beteiligt sind neben der Stadt ihr Sanierungstreuhänder Bayerngrund und private Bauherren, die in vergangenen Jahren ihre Altstadt-Anwesen erfolgreich saniert haben.

Die städtebauliche Erneuerung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Stadt- und Gemeindegremien, von Verwaltung und Planer*innen gemeinsam mit Bürger*innen.

Landeswettbewerb Städtebauförderung 2021 Plakat-Ausschnitt

 

Wie sah zu Beginn die Ausgangslage aus?

Teils schlechte und überalterte Bausubstanz mit nicht mehr zeitgemäßen Wohnbedingungen, enge Straßenräume und wenige Grünflächen. Angebote für die Grundversorgung gingen zurück, Altstadtbewohner*innen zogen aus dem historischen Stadtkern weg. 1975 fasst der Stadtrat den Beschluss über die „Vorbereitenden Untersuchungen“: Es sollte im Detail ermittelt werden, welche Defizite es in den verschiedenen Altstadt-Bereichen gab. Lösungsmöglichkeiten sollten gesucht werden, Leitziele für das weiter Vorgehen festgelegt.

Welche Strategien wurden gewählt?

Priorität hat seitdem die Steigerung der Attraktivität der Altstadt durch …

… eine Verbesserung der Lebensverhältnisse,

… die Schaffung von Freiräumen,

… die Umsetzung des Verkehrskonzeptes,

… die Modernisierung der historischen Bausubstanz und

… die Vergrößerung des Einzelhandel-Angebotes.

Ein weiteres Ziel: ein starker Tourismus innerhalb der Altstadt.

Das Mittel dafür: eine gestärkte räumliche Verknüpfung und dadurch bessere Wechselwirkung mit Kurbereich und Freilandmuseum.

Wie sah die Umsetzung aus?

Die Stadt Bad Windsheim begann mit der Sanierung bzw. Neuordnung der Rothenburger Straße und des Holzmarktes. Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb brachte Erfolg: ein neues Kaufhaus konnte direkt am Marktplatz angesiedelt werden. Kommunale Gebäude wurden umfangreich modernisiert. Das kommunale Fassadenprogramm wurde ins Leben gerufen. Es unterstützt seither private Eigentümer*innen. Für Inhaber*innen von Gewerbeflächen wurde ein erfolgreiches Instrument geschaffen: Mit dem Geschäftsflächenprogramm können leerstehende und von Leerstand bedrohte Ladenflächen revitalisiert werden.

Mit Hilfe des kommunalen Fassaden- und Gestaltungsprogrammes wurden seit 2000 rund 100 Gebäude saniert und innerstädtische private Erholungsflächen geschaffen.

Die Gesamtinvestition der Eigentümer*innen von rund 7,48 Mio. Euro wurde mit Fördergeldern von Bund und Land in Höhe von rund 1,12 Mio. Euro unterstützt.

„Jede geförderte Maßnahme macht Bad Windsheim „fit“ in der Gegenwart und besonders für die kommenden Generationen. Positive Zukunftsperspektiven durch Städtebauförderung, dafür sind wir, die Bürgerschaft und ich sehr dankbar.“, so Erster Bürgermeister Jürgen Heckel.

Welche Prozesse wurden in Gang gesetzt?

Die Förderung von privaten und öffentlichen Sanierungsmaßnahmen verbessert das Erscheinungsbild und den energetischen Verbrauch von Altstadt-Anwesen wesentlich. Die Altstadt mit ihrem mittelalterlich geprägten Stadtbild wird wieder von Bewohner*innen und Besucher*innen als lebens- und liebenswerter Ort wahrgenommen, der zum Wohnen und Verweilen einlädt.

Wie geht es weiter?

Mit dem Modellvorhaben „Barrierefreie Kommune“ hat die Stadt die Herausforderung angenommen, eine selbstbestimmte Teilhabe aller Bürger*innen am öffentlichen Leben zu ermöglichen.

Mit der erfolgreichen Bewerbung für die Landesgartenschau 2027 unter dem Motto „gesund – urban – traditionell“ sollen auch die grünen Erholungsflächen innerhalb der Sanierungsgebiete aufgewertet bzw. erweitert werden. Historisch bedingt befinden sich die „grünen Oasen“ derzeit vor allem am Rand der dicht bebauten Altstadt, im Wallgraben und im größten denkmalgeschützten Kurpark Bayerns.

Die Städtebauförderung in Bad Windsheim im Zeitverlauf

1974 Aufnahme in die Städtebauförderung
1975-1978Vorbereitende Untersuchungen
1978Sanierungsgebiete förmlich festgelegt: Block 33 (SAN 1) und Block 52 (SAN 2)
1978-1979Umgestaltung Rothenburger Str. / Holzmarkt
1985-1986Modernisierung ehem. Bethaus, An der Heuwaag 1
Investitionskosten: 0,5 Mio €
1986  Festlegung der Sanierungsgebiete
Block 22 – Marktplatz (SAN 3)
Block 11, 13, 15 – Pfarrgasse (SAN 4)
Block 23, 24, 25 – Husarengasse (SAN 5)
1986/1987 Umgestaltung Kornmarkt / Krämergasse, Durchführung eines Wettbewerbes
(Brunnen am Kornmarkt/Krämergasse) Investitionskosten: 0,491 Mio €
1984-1989Verlagerung städt. Bauhof, Investitionskosten: 1,517 Mio €
1989Städtebaulicher Ideenwettbewerb: Rahmenplan eines Kaufhauses und Neubau      einer Tiefgarage einschließlich Gestaltung der dazugehörigen Straßen- und Platzräume
1994Festlegung der Sanierungsgebiete: SAN 6, SAN 7, SAN 8, SAN 9; SAN 10
1995Modernisierung Hospital (älteste Stiftung Bad Windsheim)
Investitionskosten: rd. 11,60 Mio. €
2000Kommunales Fassaden- und Gestaltungsprogramm
2000 

Neugestaltung Marktplatz und Eröffnung archäologische Fenster,  
Investitionskosten: Archäologische Fenster rd. 0,346 Mio €; Marktplatz rd. 0,362 Mio. €

2001Verkehrskonzept Altstadt
2002  Sanierung Spitalkirche Investitionskosten: rd. 3,150 Mio. €
2009-2010Integriertes Entwicklungskonzept
2009-2010Umgestaltung Klosterplatz/Schüsselmarkt mit Steller-Denkmal,
Investitionskosten: rd. 0,455 Mio. €
2014Ergänzung Fassadenprogramm um die Förderung für Maßnahmen der Barrierefreiheit
2016Richtlinie über Förderung für die Eigennutzung innerhalb der Sanierungsgebiete,
Eröffnung Bürgerberatungsbüro
2017Festlegung des Sanierungsgebietes zwischen Altstadt und Erkenbrechtallee
2018 Kommunales Förderprogramm „Geschäftsflächen“
2020Zuschlag für die Landesgartenschau 2027