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"Grün-blaues Herz": Landesgartenschau-Gewinnerkonzept steht fest

Blicken Sie mit uns ins Jahr 2027! So in etwa wird es in Bad Windsheim dann aussehen...

„Gesund, urban, traditionell“ – Ein weiterer großer Schritt in Richtung Landesgartenschau im Jahr 2027 ist geschafft: Nun steht der Gewinner des Realisierungswettbewerbes fest. Das Büro RMP Stephan Lenzen aus Köln konnte die 17 stimmberechtigten Mitglieder der Jury einstimmig überzeugen.

„Ich bin happy, dass wir ein so gutes Landschaftsarchitekturbüro an der Seite haben werden. Die Wettbewerbsarbeit hat einfach eine hohe Qualität und die Planer haben erkannt, dass Bad Windsheim etwas Besonderes ist. Bei dieser Landesgartenschau soll vor allem das Thema Gesundheit passend zu Bad Windsheim in den Vordergrund gestellt werden. Die nächsten Jahre werden spannend und darauf freue ich mich.“, so Bürgermeister Jürgen Heckel.

Der landschaftsplanerische Wettbewerb, der vom Büro mahl.gebhard vorbereitet worden war, war zweigeteilt. Im Realisierungsteil sollten die Daueranlagen, bestehend aus Kurpark, Kurviertel und der östlichen Fläche bis Külsheim, überplant werden. In einem Ideenteil sollten städtebauliche Vorschläge für u.a. Bahnhof und Erkenbrechtallee sowie den Neubau eines Parkhauses eingebracht werden.

Auf einer West-Ost-Achse soll ein dauerhaftes „Kurboulevard“ entstehen, von einem neuen Spiel- und Sportangebot im Westen des Kurparks mit dem Gelände des Tennisclubs ausgehend bis nach Külsheim reichend. Darauf soll das „grün-blaue Herz“ der Landesgartenschau, das zentral gelegene Kurzentrum, liegen, mit vergrößertem Gradierwerk-Weiher, Terrassenbereich und „schwimmenden Gärten“. Vorplatz von Therme und KKC sollen zersiegelt werden, das Parkplatzangebot mithilfe eines Parkhauses an der Külsheimer Straße voraussichtlich bedeutend umgestaltet werden. Vor Külsheim wartet dann gemäß Gewinnerkonzept ein, auf einem Rundweg gelegener, neu gestalteter Aktiv-Landschaftspark mit Sandsportplätzen und einem Mehrgenerationenspielplatz auf Besuchende.

Den wie die Parkplätze zum Ideenteil zählenden Bahnhof sah das Gewinnerbüro als bereits chancenreich angelegt. Der Blick in den Kurpark sei über den Steg bereits grundlegend gut gestaltet. Er könne ertüchtigt und mit barrierefreien Rampen ergänzt werden.

Die nächsten Schritte: Bis Herbst möchten Stadt und Landesgartenschaugesellschaft das Ausschreibungsverfahren des Realisierungswettbewerbes abgeschlossen haben. Anschließend könnte dann das Büro RMP in die weiteren, geschätzt rund zwei Jahre andauernden Planungen einsteigen.

Für den Rathauschef dabei besonders wichtig: „Unsere Bürgerinnen und Bürger über jeden weiteren Zukunftsschritt zu informieren und stets abzuholen oder einfach nur mitzunehmen!“ Daher wurde auch ein Informationsabend für Anfang August angesetzt. 

 

Dauerkonzept des Sieger-Planungsbüros

Die Ausgangslage - woher kommen wir?

Der Stadt-Norden erscheint derzeit noch eher als zusammenhangloses Gewerbegebiet mit durchlaufenden Grünstrukturen und weniger als attraktives, hochwertiges Kur-Areal. Der Pluspunkt dabei: Von Norden nach Süden verknüpft die mehrreihige Kurpark-Allee das Gesamtareal und verbindet die unterschiedlichen Bau- und Grünbereich-Stile. Die bereits attraktiven Grünflächen sind jedoch nicht durchgehend, sondern werden von der Stadtgärtnerei und von Stellplatz-Anlagen unterbrochen. Aktuell sind Grünpflanzen zwischen Kurpark- und Erkenbrechtallee nur zersplittert vorhanden, ebenso östlich des Kur- und Kongress-Centers.


Das Ziel-Angebot - wohin gehen wir?

Vorhandene Strukturen sollen nun in den nächsten Jahren so umgestaltet werden, dass ein attraktiver, zusammenhängender und bedeutungsvoller Erholungsort entsteht. Teilbereiche sollen neu bzw. an angrenzende Quartiere angeknüpft werden. Besonders bedeutsam ist dabei die Verbindung in die historische Altstadt sowie die Ost-West Verbindung zwischen Külsheim und den westlichen Stadtteilen und Landschaftsräumen. Das bislang nur zu erahnende Kurviertel-Zentrum zwischen KKC und Franken-Therme soll zu einem echten Mittelpunkt ausgebaut werden, wie es von einem Kurort i.d.R. erwartet wird.


Der Weg zu mehr „Grün und Blau“ – wie kommen wir dorthin?

In Richtung Külsheim soll ein extensiver Aktiv-Landschaftspark das erstmals bei einer Landesgartenschau gespielte Thema „Gesundheit“ ergänzen. Der Kurpark soll dagegen denkmalgerecht schonend aufgewertet und weiterentwickelt werden, lediglich mit einem neuen Funktionskern am Westlichen Eingangsplatz.


Das Konzept – ein Blick ins Jahr 2027

1. Räumliche Struktur schaffen:

Im Einklang mit der städtebaulichen Geschichte und den bestehenden Nutzungen entstehen drei Bereiche: der historische Kurpark, das Kurviertel-Zentrum sowie der östliche Aktiv-Landschaftspark. Diese werden durch mächtige Alleen verknüpft. Neben der Kurpark- und der Erkenbrechtallee stehen weitere Alleen an der Schwarzallee/ Külsheimer Straße/ Bad Windsheimer Straße sowie An der Ruhbank/ Alleestraße. Zwischen Aktiv-Landschaftspark und Külsheim entsteht am Kühwasengraben ein abschließender landschaftlicher Gehölzzug.

Ergänzend entsteht in Ost-West Richtung eine weitere Hauptverbindung. Diese greift im Osten den Verlauf der Otmar-Schaller-Allee, die Alte Schäferei und eine wichtige Wegeverbindung des Kurparks auf und führt anschließend als Hauptstruktur durch das Kurparkzentrum und den Landschaftspark nach Külsheim.


2. Aufenthalts- und Erholungsqualität im Kurviertel-Zentrum schaffen:

Ein „grün-blaues Herz“ schlägt für „Frankens Quelle der Gesundheit“: Die übergeordnete Ost-West Verbindung bildet an ihrer Schnittstelle zur Kurparkallee einen attraktiven Auftakt und Übergang zum zentralen Grünraum. Der nach Westen vergrößerte Teich am Gradierwerk erstreckt sich bis zur Allee und erzeugt mit einer neu geschaffenen, großzügigen Terrasse einen repräsentativen Auftakt. Sitzstufen, ein Holzdeck sowie eine Freiwasser-Kneipp-Terrasse mit Trittsteinen laden zum Verweilen mit Blick auf die großzügige Wasserfläche ein. Die Erwartungen an einen Kurort werden damit bedient. Ebenso entsteht ein niedrigschwelliges Wassererlebnis für Kinder.

An der Kneipp-Terrasse teilt sich die Ost-West-Verbindung in einen urbaneren Boulevard an der Nordkante des Sees und einen grünen, landschaftlicheren Weg an der Südseite: Die Promenade verläuft im Norden direkt am Wasser und lädt mit Terrassen und Sitzstufen zum Verweilen an einer weiteren Attraktion, den schwimmenden Gärten, ein. An der Südseite überwiegen dagegen die ökologischen Qualitäten mit Uferwiese, Schilfzonen und kleinen Inseln mit Erlen und Weiden. Eingebettet in diesen Bereich ist ein Barfußpfad, der auf der Kur-Insel mit Kneippbecken und Gradierarena seinen Höhepunkt findet.

Weiter südlich, bis zur Frankenlandklinik reichend, verbleibt Raum für eine gesundheitsnahe Neubebauung. Zusammen mit einer grünen Park-Palette an der Külsheimer Straße wird das neue Kurzentrum baulich locker eingerahmt.

Der Vorplatz des KKC wird erheblich entsiegelt, dessen südlicher Bereich wird zum Aufenthaltskorridor umgestaltet: Naturstauden-Gärten mit Aufenthaltsnischen und Kunst-Skulpturen umgeben das KKC.

Der Vorplatz der Franken-Therme wird als „Freiraum-Gelenk“ gestaltet: Im Blickpunkt der Sichtachsen aus Ost, West und Süd entsteht mit einer Sole-Fontäne ein attraktives Wasserspiel mit medizinischer sowie spielerischer Funktion. Baumgruppen mit Sitzmöbeln und Außengastronomie beleben den zentralen Ort.


3. Neue naturnahe Aktiv-Angebote schaffen:

Zwischen Franken-Therme und KKC gelangt man schließlich zu einer attraktiven Parkterrasse mit Blick auf den Aktiv-Landschaftspark. Die Ost-West-Verbindung splittet sich hier erneut auf und schließt den Park als Rundweg ab. Dieser verläuft an der Außenkante und betont damit die Weite des Landschaftsraums. Im Süden grenzen dichter gepflanzte Bäume den Park optisch von der Therme und dem Industriegebiet ab. Im Norden bilden lockere Baumgruppen einen transparenteren Übergang in den offenen Kulturlandschaftsraum des Steigerwalds mit seinen Feldern und Weinbergen. Im Park selbst liegen der bestehende See mit Freizeitwiese, Boule, Boccia und Beachvolleyball sowie der Kühwasengraben mit attraktiven Wasserzugängen an der Ostkante. Für den Phoenix-Reisemobilhafen bleibt Raum zur Entwicklung. Külsheim ist auf zwei Wegen angebunden: Am nördlichen Zugang entsteht neu ein Landschaftsspielplatz – für die Külsheimer ein attraktiver Eingang, für die anderen Parkbesuchenden ein besonderer Zielpunkt. Ein Sole-Aussichtsturm bietet einen ausgezeichneten Blick auf die Landschaft des Steigerwalds. Er ist kristallin geformt und mit weißem, transparenten Textil bespannt, sodass er Bad Windsheims Alleinstellungsmerkmal Natursole verkörpert. Dezent beleuchtet wird er auch abends zu einem neuen Wahrzeichen des Kurorts. Großzügig gemähte Wege durchziehen die weiten Naturwiesen und machen einen Streuobsthain und ein als Naturbühne dienendes Wiesenrondell erlebbar.


4. Kurpark im Zeichen des Denkmalschutzes schonend aufwerten:

In den denkmalgeschützten Bereich des Kurparks wird nur bedingt eingegriffen. Nach Umzug der Stadtgärtnerei in die Alte Schäferei in Richtung Oberntief wird an entstehender Freifläche neues Parkgrün ergänzt. Zwei neue Wege führen entlang eines offenen Korridors vom südlichen Teil des Kurparks in den landschaftlichen Norden. Die begrünte Parkplatzanlage wird an der Westflanke des Parks platziert. Die Anlagen des Tennisclubs können perspektivisch begrünt werden. An der Schnittstelle der Ost-West-Verbindung und neuen Nord-Süd-Verknüpfung entsteht Raum für den offenen Freizeitsport sowie einen Mehrgenerationsspielplatz.


5. Bahnhofszugang barrierefrei nachgestalten:

Die Überführung in den Kurpark wird mit einer neuen barrierefreien Rampe ertüchtigt, auf Seite des Kurparks führt ein neuer Weg den Hang hinab. Sitzstufen machen den Blick zum historischen Kurhaus und dem Seerosenbrunnen erlebbar.

Der Bahnhofsvorplatz wird zum modernen Aufenthaltsplatz umgestaltet. Grüne Schollen und Sitzkanten nehmen Verbindungen aus der Umgebung, v.a. in die historische Altstadt auf.

(Stand der Konzept-Ideen: Juli 2022)


Gut Ding will Weile haben: Wie in allen Landesgartenschau-Ausrichterstädten ist der Weg bis dahin ein weiter. Das beauftragte Büro RMP Stephan Lenzen wird die nächsten beiden Jahre zunächst damit beschäftigt sein, die Planungen zu vertiefen, bevor an erste Baumaßnamen zu denken ist. Doch dies sollte die Euphorie mit Blick auf das Großevent und den langfristigen Nutzen für alle Einheimischen und die Region nicht eindämmen.

Ihr Draht zur Geschäftsführung der Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH:

Jennifer Münch und Robert Sitzmann

Tel. 09841 6689-320

E-Mail: info@bad-windsheim2027.de.

Visualisierungen und Pläne (c) Büro RMP Stephan Lenzen, Köln

Rückblick: Zur Historie des Verfahrens inkl. Aufsichtsratsgründung.