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Hochschul-Standort: Bad Windsheim punktet mit Gesundheit

Bewerbung läuft: Interessensbekundung bei Landrat und Kreistag eingereicht

Die Stadt Bad Windsheim hat kürzlich ihr Interesse an der Errichtung einer Außenstelle der Hochschule Ansbach gegenüber Landrat und Kreistag schriftlich bekundet. Unser 60 Jahre junges und einziges Heilbad Mittelfrankens bietet hierfür vielfältige Vorzüge und beste Voraussetzungen. Als „Frankens Quelle der Gesundheit“ und rund 12.500 Einwohner starkes, modern-historisches Mittelzentrum ist es für eine Hochschule im Sektor der Gesundheitsberufe, wie z. B. der Pflege-, Gesundheits- und / oder Rehabilitationswissenschaften bestens geeignet.

Demografiefestes Mittelfranken ausgehend vom einzigen Heilbad

Der Gesundheitsbereich hat sich zum größten Arbeitgeber in Deutschland entwickelt, nicht nur in den Ballungsgebieten, sondern auch im ländlichen Raum. Dagegen steht im Zuge des demografischen Wandels der zunehmende Fachkräftemangel. Für den bayerischen Landkreistag entwickelt sich daher die Zukunft der Pflege zu einem der dringendsten Themen für den ländlichen Raum. Immer mehr und v.a. ältere Menschen sind einerseits auf pflegerische Unterstützung angewiesen. Immer mehr junge Menschen und Quereinsteiger finden andererseits keinen bezahlbaren Wohnraum. Dieser Schieflage zu Lasten des Gesundheitsangebots soll gegengesteuert werden, in Westmittelfranken wie im Rest der Republik. Innovative Ideen von Hochschul-Absolventinnen und –Absolventen sind ein Lichtblick und eine Chance für die gesamte Region.

 

Bedarf der Hochschule – Entscheidung der Politik

Die Interessensbekundung erfolgte in enger Abstimmung mit der Hochschule Ansbach. Diese ist als zentrale akademische Bildungseinrichtung für den gesamten westmittelfränkischen Raum bestrebt, ihre Studienangebote mit Lehr- und Forschungstätigkeit im ländlichen Raum auszubauen und damit junge Menschen an die Region zu binden bzw. sie für die Region zu begeistern. Fachliche Anknüpfungspunkte an bestehende Studienangebote und der unbestreitbare gesellschaftliche Bedarf sprechen aus Hochschulsicht für das Themenfeld der Pflege- und Gesundheitswissenschaften. Eine Entscheidung trifft jedoch letztlich nicht die Hochschule selbst, sondern die Politik, ausgehend von den Mandatsträgern des Landkreises Neustadt a.d.Aisch – Bad Windsheim. Die Stadt Bad Windsheim selbst setzt sich seit Jahren für eine solche Hochschul-Außenstelle ein. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg spricht sich in ihrem „10-Punkte-Plan für Westmittelfranken“ für ein Technologie nahes Gesundheitszentrum in Bad Windsheim aus.

 

Regional und dezentral – eine Erfolgsstrategie aus Hochschulsicht

Die zentrale Lage zwischen Nürnberg, Würzburg und Ansbach, aber auch die lokale Verkehrsanbindung und Infrastruktur sind sehr gute Grundvoraussetzungen. Auf die künftig vor Ort Studierenden warten bezahlbarer und bedarfsgerechter Wohnraum. Sogenannte Micro-Appartements befinden sich derzeit u.a. parallel in Planung. Dazu kommen Kinderkrippen- und Kindergartenplätze, eine sehr gute Schulversorgung, verschiedenste Anschluss- und Begleit-Arbeitsplätze, ein vielfältiges Freizeitangebot und Vereinsleben sowie ein hervorragendes Gesundheits- und Wellnessangebot.

Potenziell geeignete Flächen für einen digitalen Gesundheits-Campus befinden sich bereits städtischen Besitz. Rothenburg o.d.T., Herrieden, Feuchtwangen und Weißenburg haben es bereits gezeigt: Außenstandorte einer Mutter-Hochschule stärken eine gesamte Region nachhaltig. Je fachlich spezialisierter das Profil, desto wertvoller die Ergänzung für Forschung und Lehre.

 

„Frankens Quelle der Gesundheit“ überzeugt in alle Richtungen

Die Kurstadt ist in praktischer Hinsicht bereits „reich“ an Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen unterschiedlicher Trägerschaft. Dazu kommt die Klinik Bad Windsheim als Teil des Kommunalunternehmens Kliniken des Landkreises Neustadt an der Aisch - Bad Windsheim. Zu ihren Schwerpunkten zählen:

  • Orthopädie und Unfallchirurgie,
  • das Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung,
  • Innere Medizin mit Akutgeriatrie und geriatrischer Rehabilitation,
  • Anästhesie,
  • zahlreichen Belegabteilungen unterschiedlicher Fachdisziplinen

Zu deren unmittelbaren Nachbarin werden soll die derzeit noch in Scheinfeld ansässige Berufsfachschule, die ihre Schülerinnen und Schüler für verschiedenste Pflegeberufe generalistisch ausbildet. Und damit nicht genug: Obendrein hat sich eine Gesellschaft, bestehend aus Projektentwicklern, Ingenieuren, Handwerksmeistern und Ärzten, bereit erklärt, einen internationalen Pflegecampus als Modellprojekt in Bad Windsheim zu etablieren. Dieses einzigartige Projekt mit „Leuchtturm-Charakter“ wird vom Freistaat Bayern gefördert: Die Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler bekommen einen Kümmerer des Landkreises an ihre Seite gestellt und werden durch die Evangelische Hochschule Nürnberg wissenschaftlich begleitet.

Ob bereits seit Jahrzehnten bestehend oder erst geplant, alle gesundheitlichen Einrichtungen vor Ort zeigen großes Interesse an wissenschaftlichen Kooperationen und haben dies schriftlich bekundet. Auch das Berufsbild der Physiotherapie befindet sich im Wandel, die Ausbildung könnte zum Bachelor-Studiengang umgewandelt werden. Die örtliche Berufsfachschule „Kybalion“, eine der größten ihrer Art in Nordbayern, sieht daher wertvolles Potential für Synergieeffekte.

Bad Windsheims Rahmenangebot ist darüber hinaus nahezu unschlagbar: Für Hochschul-Veranstaltungen, wissenschaftliche Tagungen und Prüfungen steht das moderne Kur- und Kongress-Center bereit. Forschungspersonal, Tagungsgäste, Lehrbeauftragte und Prüfer können ganzjährig bequem in den zahlreichen Hotels und Privatunterkünften, z.T. in unmittelbarer Nachbarschaft, untergebracht werden.

 

Landesgartenschau als Plattform für Multiplikatoren

Auch das bevorstehende große Highlight in der künftigen Geschichte der Kleinstadt, die Bayerische Landesgartenschau 2027, setzt mit dem Gesundheitsschwerpunkt ein innovatives Signal. „Gesund, urban, traditionell“, das ist Bad Windsheim! In einem nachhaltigen Konzept wird dabei das Gesundheitsangebot in Kurpark und Kurviertel mit der historischen Altstadt und dem Fränkischen Freilandmuseum und der gesamten Gesundheitsregion verknüpft. Bei diesem Groß-Event könnte die dann ansässige Hochschule eingebunden und überregional bekannter gemacht werden.

 

Fachkräfte – anziehen, ausbilden, halten

Vor allem beim Thema Fachkräfte-Ausbildung und –Ansiedelung können Synergien mit dem 2015 ins Leben gerufenen und im Landratsamt etablierten Förderprogramm „Gesundheitsregion plus“ genutzt werden. Von dort aus wird derzeit beispielsweise die von der Hochschule Ansbach umgesetzte, digitale Senioren-Plattform „NeaWis“ betreut und weitergeführt.

Sind ausreichend akademisch ausgebildete Fachkräfte vor Ort, wird das Gesundheitssystem des ganzen Landkreises gestärkt. Regionale Unternehmen im Gesundheitssektor werden noch wettbewerbsfähiger, Investoren siedeln sich bevorzugt an. Bad Windsheim überzeugt dabei mit weichen Standortfaktoren, wie z. B. die Qualität des Wohnens, das Wohnumfeld, die Qualität der Schulen und Ausbildungsstätten, die soziale Infrastruktur, die Umwelt und das Freizeitangebot.

 

Stadt als Finanzierungspartner im Boot

Um dies alles erreichen zu können, hat der Stadtrat seine feste Absicht erklärt, die finanziellen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Errichtung einer Außenstelle einer Hochschule mit dem Schwerpunkt im Bereich der „Pflege- und Gesundheitsberufe“ mit einem Anteil von 50 % der Kosten bzw. einer Summe von bis zu 5,0 Mio. Euro finanziell zu unterstützen. Stadt und Rat sehen diese Investition als zukunftsweisend und nachhaltig für die gesamte Region.

 

Für die Stadt Bad Windsheim

Jürgen Heckel
Erster Bürgermeister