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Kurpark-Film des BR ist online

Bad Windsheim in "Heimat der Rekorde": Film über den größten denkmalgeschützten Kurpark Bayerns in der BR-Mediathek!

Ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks drehte im Oktober für die Sendung „Heimat der Rekorde“ im Bad Windsheimer Kurpark.

Stadtgärtnerei und Stadtbauamt begleiteten das Team bei den Dreharbeiten. Stadtbaumeister Ludwig Knoblach erläutert im Film die Bedeutung des Denkmals für die Entwicklung der Kurstadt.

Ebenfalls zu sehen: die alljährliche Leistung des Stadtgärtnerei-Teams!

Den Film finden Sie in der BR-Mediathek.

 

Bad Windsheim verzeichnet mit seinem Kurpark einen Rekord.

Mithilfe unseres Stadtarchivs haben wir für Sie die Geschichte des Parks zusammengetragen.

 

Der Kurpark gab Bad Windsheim einen Slogan, der alles umfassen sollte: Frankens Quelle der Gesundheit. Er ist zentrale, naturnahe Erholungsfläche und der Ort, an dem die Heilwässer der St. Anna-Quelle und der Kiliani-Quelle zu Tage befördert werden.

 

Doch wie kam es dazu, dass der Kurpark heute ist, was er ist? - Alles begann mit einer Lindenallee …

Angefangen hat alles mit einer ersten „Lindenallee“, die wahrscheinlich 1730 nach markgräflichem Vorbild angelegt wurde und noch heute das Herzstück des Kurparks darstellt. Vom heutigen Bahnhofplatz reichte sie damals bis an die Flurgrenze nach Külsheim. Den Bahnhof gab es natürlich zur damaligen Zeit noch nicht.

Vorbild war der Ansbacher Hofgarten, wo 1724 eine neue Lindenallee angepflanzt worden war. Sehen und gesehen werden – mit diesen Absichten ging die Bürgerschaft zur damaligen Zeit auf der symmetrischen Allee spazieren.

Von der barocken Spaziergeraden zum Park mit englischem Garten

Die anhand von Schriftquellen belegbare Geschichte der barocken, geradlinigen Allee beginnt im Jahr 1755, als man Vogelbeeren und Kastanien neben der schon bestehenden Lindenallee anlegte. Nuss- und Maulbeerbäume kamen 1768 hinzu, die jedoch größtenteils wieder eingingen. Über 100 Jahre später im Jahr 1872 plante man, die Alleeanlage durch einen englischen Garten zu verschönern.

Doch erst als feststand, wo die Eisenbahnlinien verlaufen werden und der Bahnhof 1876 errichtet wurde, konnte der Stadtpark erweitert werden – jedoch nicht ohne eine vorherige Verkürzung im Süden. Im Westen der Allee entstanden ein Fichtenwäldchen und eine Erlenpflanzung. Es folgten weitere Erweiterungen bis vor 110 Jahren im Jahr 1906 das erste Kurhaus und 1909 der erste Fußgängersteg über die Bahngleise errichtet wurde.

Stadtgärtnerei seit über 80 Jahren im Einsatz für den Kurpark

Im Februar 1938 wurde Matthäus Eder als erster Stadtgärtner eingestellt und damit die Windsheimer Stadtgärtnerei gegründet. Die Stadtgärtnerei legte nicht nur eine Baumschule an, sondern gestaltete den Park beim Solebrunnen und zwischen Kurhaus und Steg aufwändig um. Eine Wasseranlage und viele Blumen schmückten ab da an das Herzstück des Kurparks, welches sich bereits beim Gang über den Fußgängersteg erahnen und bestaunen ließ.

Zerstörung und Wiederaufbau im und nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Kriegs- und Nachkriegsjahre zerstörten die Parkidylle. Der Kurpark wurde in Teilen gerodet und als Lagerholz für Brennholz genutzt. Dadurch konnte sich der Borkenkäfer ausbreiten, dem der gesamte Fichtenbestand zum Opfer fiel. Die Rasenfläche diente als Gartenland. Bis Mai 1950 war der vordere Bereich des Parks mit großem Aufwand wieder hergerichtet worden, im Mittelpunkt nun ein 400 Quadratmeter großes Springbrunnenbecken. Linden und Zwergkiefern sollten den hinteren Teil schmücken. Die Hans-Schmotzer-Allee begrenzt seit 1953 den Kurpark Richtung Norden.

Anbindung des Kurparks an die historische Altstadt

Es dauerte nochmals rund 35 Jahre bis 1987 der neue Kurparksteg und 1990 Radweg und Minigolfplatz an der Kurparkseite eingeweiht wurden. Damit war der Kurpark nicht nur fließender an die historische Altstadt angebunden, sondern auch an das generationenübergreifende Stadtleben. Familien mit Kindern können die größte denkmalgeschützte Erholungsfläche Bayerns seither genauso genießen wie ältere und kranke Menschen.

Alleinstellungsmerkmal für den Wohn-, Urlaubs- und Genesungsort

Keine Stadt in Bayern hat eine denkmalgeschützte grüne Oase in dieser Größe. Mit knapp 26 Hektar eines Areals dieser Art liegt Bad Windsheim deutlich vor Bad Steben im Landkreis Hof mit rund 18 Hektar und vor Bad Kissingen mit rund 14 Hektar. Zusammen mit dem einmaligen Fränkischen Freilandmuseum misst die Erholungsfläche über 800.000 qm.