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Neue Holzbänke und Ausflugstipps

Urlaub in der Heimat: Wandern und Radln rund um die Bad Windsheimer Ortsteile

Neue Holzbänke mit Stadtwappen

Einen Anfang machte der Lochbrunnen am Wanderparkplatz in Richtung Oberntief. Eine neue, naturbelassene Holzbank mit dem Wappen der Stadt Bad Windsheim ermöglicht Spaziergänger*innen seit vergangenen Herbst eine angenehme Rast. Pünktlich zu Ostern wurden nun 19 weitere Bänke aufgestellt.

Die Stadtförsterei hat die hölzernen Sitzgelegenheiten aus Käferholz in eigener Arbeit angefertigt. An ausgewählten Standorten im Stadtgebiet und den Ortsteilen laden sie seit Ostern zum Verweilen ein. Nachdem Mitfahrbänke gestohlen wurden, müssen die Stadtbetriebe die stabilen Bänke nach dem Aufstellen noch fixieren.

Bürger*innen, Ortssprecher*innen und Ortsteilbeauftragte brachten die Standort-Vorschläge ein. Die Bänke stehen jetzt in allen Ortsteilen und z. B. am Kaltbadweiher, am Galgenbuck und am Kunigundenturm auf dem Spielberg bei Rüdisbronn.

Unsere Ortsteile – immer einen Ausflug wert

Berolzheim

Lust auf eine Radtour? Von Külsheim aus erreichen Sie das landwirtschaftlich geprägte Kirchdorf in 15 Minuten.

Berolzheim wurde bereits 750 urkundlich erwähnt und wie alle auf "heim" endenden Orte während der ersten fränkischen Siedlungswelle gegründet. 1553 wird der kleine Ort evangelisch und hatte bereits eine Schule. Sie wurde zunächst 1924 wegen zu geringer Schülerzahl geschlossen, nach dem zweiten Weltkrieg 1946 wieder eröffnet, da unter den zugezogenen Geflüchteten viele Kinder waren.

Berolzheim war im Mittelalter ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Verbindungsstrasse Uffenheim - Ipsheim und der Handelsroute Markt Bibart - Windsheim. Es gab vor Ort alle wichtigen Handwerker wie Schmied, Wagner, Schuster, Bierbrauer und Wirte. Sehenswert ist die im 16. Jahrhundert erbaute und 1984 abschließend renovierte Kirche St. Jakob mit Fachwerkdachreiter.

Erkenbrechtshofen

Lust auf eine kleine Wanderung? Vom Ende der Erkenbrechtallee aus erreichen Sie das Dorf mit lauschigem Weiher in 20 Minuten bequem zu Fuß.

Naturliebhaber finden in unmittelbarer Nähe das Naturschutzgebiet „Adonishügel“. Dieser Gipshügel beherbergt Pflanzen aus der letzten Zwischeneiszeit, Pflanzen die es bereits vor 20.000 Jahren in dieser Gegend gab. Diese uralte Steppenheide-Flora ist besonders charakteristisch für die ungarische Steppe, die Krimsteppe und die Steppen der Ukraine und Südsibiriens.

Wussten Sie, dass es einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der Verbreitung der Steppenheide und der Besiedelung durch den Menschen gibt? Alle Landschaften mit Steppenheide sind mindestens seit der Bronzezeit, meist sogar schon seit der jüngeren Steinzeit, besiedelt.

Unheimlich heimelig: 1927 stieß man in Erkenbrechtshofen auf ein altes Skelett, man vermutete den der Sage nach genannten Ortsgründer Erkenbrecht gefunden zu haben, der der Legende nach von seinen Knechten erschlagen wurde, um seine Besitzungen unter sich aufzuteilen.

Humprechtsau

Mit dem Rad erreichen Sie Humprechtsau im Kaibach-Tal in etwa 30 Minuten. Die Evangelisch-Lutherische Filialkirche St. Maria ist eine Besichtigung wert. Humprechtsau wurde nach seinem Gründer, dem Grundherrn Hunbreht 790 benannt und gehört seit 1972 zu Bad Windsheim.

Zusammen mit Rüdisbronn, Herbolzheim und Krautostheim gehört Humprechtsau zu den altfränkischen Osing-Gemeinden. Der Osing ist ein ca. 260 ha großer Höhenrücken, dessen Fluren und Wälder alle zehn Jahre, zuletzt 2014, unter den vier Orten verlost werden. Dieser Brauch stammt noch aus germanischer Zeit, ist einmalig in Europa und gehört heute zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland.

Wer das einmalige Kulturdenkmal in der Natur entdecken möchte, kann einen der Wanderwege gehen oder auch an einer fachkundig geführten Tour auf der Freimarkung Osing teilnehmen. Mehr dazu unter www.osingverein.de.

Ickelheim

Die beiden ortsbildprägenden Torhäuser der früheren Befestigung begrüßen bei der Ankunft in der Windsheimer Bucht, auch bekannt als Kornkammer Mittelfrankens. Im 8. Jahrhundert war Ickelheim ein fränkischer Königshof. Ab 1294 prägte der römisch-katholische Deutschen Orden über 500 Jahre lang seine Geschichte.

Das vom Deutschen Orden 1565 erbaute Amtshaus mit seinem Mansarddach und Treppenturm ist eine der historischen Schönheiten des Orts.

Sehenswert ist auch die gotische St. Georg Kirche mit Flügelaltar (1510). Gemeinsam mit den historischen Torhäusern erzählen sie noch heute vom Leben zur damaligen Zeit. Ickelheim hat heute noch drei Gasthäuser, zwei davon historisch: das „Goldene Kreuz“ (16. Jh.) und die „Jägersruh“ (19. Jh.).

Wandern kann man im Naturreservat Jachtal mit Wald und Streuobstwiesen.

Külsheim

Steinzeitfunde belegen: Zusammen mit Erkenbrechtshofen ist Külsheim eine der ältesten Siedlungen im Aischtal. Eine Wallanlage und Münzfunde aus der Zeit ca. 450 v.Chr. und Münzfunde aus der Römischen Kaiserzeit bestätigen dies. Külsheim war einst ein "Reichsdorf" mit Schloss, das bis Ende des 10. Jh. Sitz der Ritter des damaligen Gullesheim war. Es wurde auf den Mauern einer ehemaligen keltischen Fliehburg errichtet. Als 1381 in Franken der Städtekrieg ausbrach und sich das Volk gegen den Adel auflehnte, brannten die Windsheimer das Schloss nieder. Es wurde danach wieder aufgebaut. Heute steht dort ein Haus, das liebevoll Schlösschen genannt wird. Wall- und Grabenreste des früheren Schlosses sind erhalten.

Sehenswert ist auch die ehemalige Zehntscheune in der Schloßstraße. Sie diente als Lagerhaus, in dem Naturalsteuer, sog. Zehnt, aufbewahrt wurde.

Wer an der „Weißen Steig“ Richtung Berolzheim unterwegs ist, trifft auf ein Sühnekreuz, Flurdenkmal aus dem 16. Jahrhundert. Oder Sie wandern zur „Steinhöhle“, einem ehemaligen Weinberghüterhaus oberhalb der Külsheimer Weinberge. Von dort genießen Sie einen schönen Ausblick.

Lenkersheim 

„Klein, aber oho!“ Stattliche 1212 Seiten umfasst die Ortschronik der ersten Reichsstadt eines deutschen Königs im fränkischen Raum. Noch vor Windsheim wurde Lenkersheim im Jahre 1200 zur Freien Reichsstadt erhoben. Zu dieser Zeit war der Ort befestigt und mit Gräben, Wällen, Toren und Türmen umgeben. Lenkersheim diente den Hohenstaufen als Bollwerk gegen das Bistum Würzburg. Die Lenkersheimer Bürger*innen erhielten die gleichen Rechte wie die Nürnberger Bürger*innen: es gab einen Wochenmarkt und zwei Jahrmärkte.

Ritter Col von Lenkersheim, 1228 erwähnt, war seinerzeit Herr der östlich der Ortskirche gelegenen Wasserburg gelegen. In früherer Zeit gab es vor Ort zwei Mühlen, eine Rossmühle (bis ca. 1866) und die Seemühle (ca. 1624 bis 1981).

Besonders sehenswert sind die zahlreichen erhaltenen Fachwerkhäuser sowie die Pfarrkirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit.

Lenkersheim hat heute noch drei historische Gasthäuser: das „Rote Ross“, den „Goldenen Hirschen“ und den „Grünen Baum“ (alle 18. Jh.).

Oberntief

Ein Ort für eine Zeitreise: Das Kirchdorf im Tal des Tiefbaches befand sich einst – wie auch Unterntief – im Besitz der Edlen von Tiefen. Man vermutet, dass das jüngere Oberntief – erstmals 1226 erwähnt – erst bei der zweiten fränkischen Siedlungswelle gegründet wurde. Der Vater des bekannten Bildschnitzers Georg Brenck (1590-1635) stammte aus Oberntief.

Auch von außen ist der 1988 eingeweihte, vereinsgeführte Frohsinnshof, ein Bauernhofmuseum in einem renovierten fränkischen Bauernhaus einen Blick wert.

Wer von Bad Windsheim aus mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann eine Tour über Wiebelsheim, an Ergersheim vorbei, durch das Naturschutzgebiet Gräfholz und Dachsberge, nach Oberntief und von dort aus zurück nach Bad Windsheim unternehmen (ca. 1 Stunde). Dabei durchfahren Sie eines der wertvollsten Schmetterlingsreservate Mitteleuropas und umrunden weitläufig den Bad Windsheimer Golfplatz und Flughafen.

Sie wandern lieber? Dann entscheiden Sie sich doch für eine Wanderung am Kehrenberg mit Rast am idyllischen Oberntiefer Weiher.

Rüdisbronn

Mit dem Rad erreichen Sie Rüdisbronn mit seinen Weinbergen in etwa 30 Minuten. Die Evangelisch-Lutherische Marienkirche (15. Jh.) ist eine Besichtigung wert. Das Kirchdorf ist nach einer Quelle benannt, der man früher eine Heilwirkung zuschrieb und die heute in einem kleinen Brunnenhäuschen liegt.

Zusammen mit Humprechtsau, Herbolzheim und Krautostheim gehört Humprechtsau zu den altfränkischen Osing-Gemeinden. Der Osing ist ein ca. 260 ha großer Höhenrücken, dessen Fluren und Wälder alle zehn Jahre, zuletzt 2014, unter den vier Orten verlost werden. Dieser Brauch stammt noch aus der germanischen Zeit, ist einmalig in Europa und gehört heute zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland.

Neugierig auf Kaiserin Kunigunde vom Osing? Wer das einmalige Kulturdenkmal in der Natur entdecken möchte, kann eine Wanderung auf der Freimarkung Osing unternehmen. Auf eigene Faust können Sie sich z. B. zum Kunigundenturm auf dem Spielberg und der Kunigundenstatue aufmachen. Mehr dazu unter www.osingverein.de.

Unterntief

Das Dorf gehörte wie Oberntief einst den Edlen von Tiefen, deren Burg 1449 völlig zerstört wurde. Die Grabenanlagen der Burg (Burgstall Untertief) sind heute noch zu sehen. Man vermutet, dass das ältere Unterntief – erstmals 850 erwähnt – auch erst bei der zweiten fränkischen Siedlungswelle gegründet wurde. Damals war der Ort komplett von Wald umgeben. 1449 stürmten die Windsheimer die Burg und verwüsteten Unterntief.

Lust auf Bewegung im Grünen? Wunderschöne Rad- und Rundwanderwege, am Fuße von Weinbergen gelegen, umrahmen die herrliche Landschaft der Talsenke der Tief. Von Unterntief aus gelangt man auch direkt auf den Steigerwald-Panoramaweg. Wer eine kleine Runde bevorzugt, kann von Unterntief nach Oberntief entlang der Weinberge und zurückgehen.

Wiebelsheim

Das im 6. Jahrhundert gegründete Kirchdorf am Rannabach liegt westlich des Weinturmhügels. In der St. Nikolauskirche steht ein sehenswerter Altar, der aus der Werkstatt des Albrecht-Dürer-Schülers Hans Schäufelein (um 1514) stammt. Der Name des Ortes kommt von seinem Gründer "Wibilis".

Auf dem Weg von und nach Bad Windsheim kann man einen Abstecher zum sanierten Wartturm auf dem Weinturm-Plateau unternehmen. Von dort haben Sie einen wunderbaren Ausblick über die Windsheimer Bucht. Ob als Beobachtungsposten, Ausflugsziel oder Baudenkmal, der Wartturm hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Ihn gibt es seit knapp 600 Jahren: bereits 1428 wurde in den Weinbergen ein hölzerner Wartturm errichtet, zum Schutz des städtischen Weinbaus und zur Kontrolle der Landstraße nach Würzburg. Der Turm, so, wie wir ihn heute kennen, entstand 1674. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Einzeldenkmal mit steinernem Erdgeschoss und hölzernem Aufbau.

Radtour gefällig? Wer von Bad Windsheim aus mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann eine Tour über Wiebelsheim, an Ergersheim vorbei, durch das Naturschutzgebiet Gräfholz und Dachsberge, nach Oberntief und von dort aus zurück nach Bad Windsheim unternehmen (ca. 1 Stunde). Dabei durchfahren Sie eines der wertvollsten Schmetterlingsreservate Mitteleuropas und umrunden weitläufig den Bad Windsheimer Golfplatz und den Flughafen auf dem „Wiebelsheimer Berg“.

Bitte in der aktuellen Situation beachten: Die Öffnungszeiten der genannten Kirchen wurden im Vorfeld nicht abgefragt!

 

Ortsteile-Ansichten von Manfred Gößwein: von B wie Berolzheim bis W wie Wiebelsheim