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5 gute Gründe dem eigenen Hund hinterher zu räumen

Hundekot: Mitnehmen schützt, ist selbstbestimmt, spart Geld und Ärger!

Der Ärger über liegen gelassenen Hundekot ist und bleibt leider ein Dauerbrenner. Auch neu angelegte öffentliche Flächen bleiben nicht verschont. Spaziergehende treten in die Hinterlassenschaften und ärgern sich darüber. Niemand möchte derart belästigt werden. Leidtragende sind auch vor allem spielende Kinder und Inhabende von Grundstücken, die den fremden Kot entfernen müssen.

Hundekot-Nicht-Aufhebende mögen von Argumenten überzeugt sein wie diesen:

Katzenkot liege auch überall herum und müsse nicht entsorgt werden.

Wozu die Mühe, wenn man Hundesteuer zahle.

Anderer Müll werde auch nicht aufgehoben.

Wozu den Haufen des eigenen Hundes herauspicken, wenn so viele andere am selben Ort liegen.

Oder schlichtweg: Früher habe es ja auch keinen interessiert.

Diese Aussagen stützen sich darauf, dass Andere sich daneben benehmen und man sich daher selber auch keine Mühe mache. Und damit nicht genug: sie sehen darüber hinweg, dass das eigene Handeln negative Folgen für andere haben kann.

Die Vegetations- und Im-Freien-Spielen-Zeit hat begonnen und deshalb können wir diese Argumente nicht gelten lassen!

Es gibt mindestens 5 gute Gründe, die dafür sprechen umzudenken:

1. Übertragung von Krankheiten vermeiden

Achtung Ansteckungsgefahr!

Hundekot riecht nicht nur unangenehm, er wird bewohnt von Bakterien, Viren und Parasiten, die so zu anderen Hunden, Tieren und Menschen gelangen. Dazu zählen Haken-, Spul-, Peitsch- und Bandwürmer sowie Giardien, mikroskopisch kleine Dünndarm-Parasiten. Infiziert sich z. B. ein Kind beim Sandspielen oder Blumenpflücken, können Organe wie Leber, Lunge und Gehirn geschädigt werden. Oft bleiben Infektionen lange unentdeckt, was den Verlauf schwerwiegender macht. Auch Erwachsene sind nicht mit einem Radar für die „Tretminen“ ausgestattet. Wurmeier sind so winzig klein, dass schon eine Kleinstmenge Kot am Schuh ausreicht, um sie in Wohnbereiche zu tragen. Werden landwirtschaftliche Flächen verunreinigt, kann Obst und Gemüse Überträger sein, wenn es nicht ausreichend gewaschen wird.

Noch nicht überzeugt? Wahrscheinlicher ist es, dass Hunde auf den Kot ihrer Fellnasen-Kolleg*innen stoßen und ihn weitertragen bzw. aufnehmen.

Wer aufsammelt, ist damit auch hundefreundlich! Besonders für Welpen, junge, kranke oder geschwächte Tiere kann eine Infektion mit Würmern oder Protozoen zu heftigen Magen-Darm- und weiteren Beschwerden führen.

Wichtig! Auch Hunde, die keine Symptome zeigen, können Erreger ausscheiden und damit andere Hunde anstecken!

Hundekot hat auch im Wald, auf Weiden und Grünfutter-Wiesen nichts zu suchen! Mit Hundekot verunreinigtes Futter wird von Weidetieren abgelehnt, ist damit wertlos und kann ihnen sogar schaden.

Wichtig! Auch wenn Ihr Hund regelmäßig entwurmt wird: Wurmbehandlungen wirken nicht vorbeugend! Sie können also nicht sichergehen, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt wurmfrei ist.

2. Ein selbstbestimmtes Leben - für sich und andere

Jeder Hundehaltende hat vor der Anschaffung gewusst, dass sein Hund hin und wieder sein Geschäft verrichten muss. Er hat sich frei dazu entschieden, dafür die Verantwortung zu übernehmen. Wenn er/sie nun die Häufchen seines Hundes liegen lässt, schränkt er/sie die Selbstbestimmtheit von Anderen ein!

Er/sie nimmt in Kauf, dass sich andere nicht gegen die „Tretminen“ wehren können:

Seh- oder geh-eingeschränkte Menschen können nicht so einfach ausweichen.

Rollstuhlfahrende müssen nach einer unfreiwilligen Häufchen-Überfahrt wohl oder übel mit den Kotresten am Reifen weiterfahren.

Landwirte tragen bei ihrer Arbeit auf Feldern den Kot in ihre Traktoren und müssen diese dann aufwendig reinigen.

Stadtmitarbeitende, Gärtner*innen und Waldarbeitende verteilen Kotreste auf ihrer Kleidung, können sie bei den Schnittarbeiten im Wald oder auf Grünflächen an Ort und Stelle nur notdürftig entfernen.

Zu Fuß Gehende tragen Kostreste an ihren Schuhen ins Auto oder Haus und müssen anschließend nicht eingeplante Extra-Zeit für die Reinigungsarbeiten in Kauf nehmen.

3. Den eigenen Geldbeutel schonen

Hundesteuer ist keine zweckgebundene Steuer: Das Bezahlen berechtigt nicht dazu, Hundehaufen liegen zu lassen. Die Rechtslage ist eindeutig: Es ist nicht Aufgabe der städtischen Mitarbeitenden oder der Mitbürger*innen, sie wegzuräumen, sondern allein die des Hundehaltenden. Kotbeutel stehen kostenlos an zahlreichen Beutelspendern bereit. Nutzen Sie diese und entsorgen Sie den Inhalt ordnungsgemäß als Restmüll.

Sie spielen dennoch mit dem Gedanken, Hundesteuer sollte für die private Tierhaltung verwendet werden?

Dann stellen Sie sich bitte folgendes Szenario vor: Wenn es so wäre, dass Hundekot auf Kosten der Allgemeinheit aus allen öffentlichen Flächen entfernt werden würde, würden die (Personal-)Kosten dafür extrem hoch sein. Würden diese auf die Hundehalter*innen umgelegt werden müssen, würde dies die Hundesteuer so weit in die Höhe treiben, dass sich viele gar keinen Hund mehr leisten könnten. Der Frust unter den Hundefreunden wäre entsprechend hoch, die Fronten zwischen Hunde-Liebhabern und Hunde-Kritikern stärker verhärtet. Dies wäre also wenig zielführend.

Doch Achtung! Sollte offenkundig gegen einschlägige Rechtsvorschriften verstoßen werden, behalten wir uns die Einleitung eines Bußgeldverfahrens ausdrücklich vor.

4. Einen besseren Ruf für unsere Hunde

Hundehalter*innen, die sich rücksichtsvoll gegenüber Mitmenschen und anderen Tieren verhalten, tragen dazu bei, den Ruf von Hunden und ihren Halter*innen im Allgemeinen zu verbessern. Damit lässt sich Unmut über Hundehaltung abbauen. Dies sollte im Interesse eines jeden Hundebesitzenden sein, denn wer von ihnen ist nicht besorgt, wenn z. B. Giftköder-Angriffe als Ausdruck eines befeuerten Konflikts bekannt werden.

Wird der Unmut stattdessen größer, werden Forderungen nach strikteren Regeln laut.

Leinenzwang, Zugangsbeschränkungen und Freilauflächen können Maßnahmen sein, die eine Kommune ergreift, damit sich die Fronten zwischen Hunde-Freunden und –Gegnern nicht weiter verhärten. Dem nicht genug: Es entsteht letztlich eine gewisse, sich aufstauende Wut, die sich gegen die unschuldigen Hunde richtet. Also besser: Hunde-Kritikern möglichst wenig Angriffsfläche geben, damit es erst gar nicht so weit kommt.

5. Erholungsflächen für alle

Hundehaltende möchten ihren Vierbeinern mit viel Bewegung im Freien etwas Gutes tun. Das tut auch der eigenen Gesundheit gut. Wer möchte sich dabei aber schon gern unfreiwillig auf ein „Tretminenfeld“ oder „Hunde-Jagdrevier“ begeben, wenn man eigentlich auf der Suche nach Entspannung ist?

Daher seien Sie sich bitte stets bewusst, dass freilaufende Hunde andere Menschen und Tiere verängstigen, gefährden und in Gefahr bringen können. Daher bitten wir Sie, sich rücksichtsvoll zu verhalten – zum Wohle aller! Insbesondere bitten wir, Hunde nicht unbeaufsichtigt umherlaufen zu lassen, denn alleine aus Haftungsgründen muss das Tier stets in „Handlungs- und Sichtweite“ sein.


Kotbeutel: ja – Mitnehmen: nein !?

Jedem sollte klar sein: Einen gefüllten Kotbeutel halbherzig liegen zu lassen ist keine Option! Auch wenn Beutel häufig als kompostierbar beworben werden, stimmt das meist nicht! Unter deutschen Wetterverhältnissen verrotten Beutel nicht zu 100%! Wer es dennoch tut, hinterlässt nicht nur Kot, sondern auf lange Sicht auch noch Mikroplastik und hat damit nichts zur Verbesserung der Situation beigetragen.

Alternativen zum Kotbeutel

Sie möchten möglichst wenig Plastikmüll produzieren? Dann probieren Sie es mit einer Alternative zum klassischen Beutel aus Polyethylen (Erdöl), z. B. mit Tüten aus biobasiertem oder recyceltem Plastik oder Papier. Eine „Non-Plus-Ultra-Lösung“ gibt es leider noch nicht: Umweltfreundlicher sind diese nur insofern, dass sie teilweise biologisch abbaubar sind und ressourcenschonender hergestellt werden.

Am Ende entsteht jedoch kein Biomüll: Alle Tüten landen nach dem Gebrauch im Restmüll und müssen verbrannt werden! Das muss also im Sinne der Gesundheit und des Wohlbefindens in der Natur aktuell noch in Kauf genommen werden.

Wer sich vor dem Häufchen-Aufheben ekelt, kann es mit einem kompakten, tragbaren Helfer probieren. Im Handel gibt es z. B. Hundekot-Greifer und –Schaufeln.

Ein besseres Miteinander durch gegenseitige Rücksichtnahme

Wer einem Hund ein Zuhause gibt, hat Freude daran, einen Vierbeiner um sich zu haben. Damit übernimmt er/sie nicht nur Verantwortung für sich und den Hund, sondern auch für seine Umwelt. Dazu gehört auch, den Hundekot im Restmüll zu entsorgen. Wer jedoch schon ahnt, dass ihm das Häufchen-Aufheben schwer fällt, noch bevor der Hund eingezogen ist, der sollte noch einmal darüber nachdenken, ob ein Hund das richtige Haustier für ihn ist.

Das Ärgernis „Hundehaufen“ kann letztlich nur durch Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein der Hundehaltenden vermieden werden. Tragen Sie bitte mit dazu bei, unsere Stadt und Ortsteile sauber zu halten.

Vielen Dank für Ihren Beitrag!